Fahrraddiebstahl ist nach wie vor ein großes Problem: Schätzungen zufolge werden in Belgien in jedem Jahr fast 100.000 Fahrräder gestohlen. Nun zeichnet sich ein weiterer beunruhigender Trend ab: Immer mehr Akkus von Elektrofahrrädern (E-Bikes) werden gestohlen. Die Kosten für einen Ersatz liegen zwischen 500 und 1.000 € und sind damit keineswegs zu vernachlässigen.
Wieso?
- Die Akkus sind oft abnehmbar und lassen sich innerhalb weniger Sekunden einfach entfernen und mitnehmen.
- Der (Schwarz-)Markt für den Weiterverkauf von Ersatzteilen ermöglicht lukrative Geschäfte.
- Die derzeit üblichen Verfahrensweisen (Anzeige, Rückverfolgung, Sanktionen) haben sich als langwierig und wenig wirksam erwiesen. Dadurch entsteht ein Gefühl von Straffreiheit.
Die Forderungen der Radfahrerverbände
Die Radfahrerverbände Avello und Fietsersbond haben kürzlich das Thema Akkudiebstahl auf die Tagesordnung der überregionalen Fahrradkommission gesetzt und konkrete Vorschläge unterbreitet. Ihre wichtigsten Forderungen lauten wie folgt:
- Erweiterung der Plattform der Polizei zur Anzeige von Diebstählen um die Möglichkeit, Akkudiebstähle online anzuzeigen. Bisher muss das Opfer auf der Polizeiwache vorstellig werden, um Anzeige zu erstatten. Das schreckt ab und verkompliziert den Vorgang.
- Aufnahme eines Felds „Seriennummer Akku“ in die MyBike-Plattform. Derzeit sind noch nicht alle Akkus mit einer Seriennummer versehen, aber ab 2030 wird dies auf europäischer Ebene vorgeschrieben sein. Es ist wichtig, vorausschauend zu handeln.
- Genehmigung zum doppelten Anbringen des MyBike-Aufklebers – einmal auf den Rahmen des Fahrrads und ein spezieller Aufkleber auf den Akku. Dadurch würde sowohl Identifizierung als auch Lokalisierung erleichtert.
- Verstärkung der personellen Ressourcen zur Bekämpfung von Fahrraddiebstahl – um zum einen die Aufklärungs- und Wiederauffindungsrate zu verbessern und zum anderen dem Gefühl der Straffreiheit entgegenzutreten.
Einige der jüngsten technologischen Innovationen
Um den Wiederverkaufsmarkt zu schwächen, entwickeln einige Marken digitale Schutzvorrichtungen, anhand derer der Akku unbrauchbar gemacht wird, sobald er als gestohlen oder gesperrt gemeldet worden ist. So hat Bosch beispielsweise eine „Battery Lock”-Funktion vorgestellt, die digital über eine App oder einen Smart Screen zu aktivieren und der Akku zu sperren ist. Wird ein gesperrter Akku in ein anderes Fahrrad eingesetzt, das mit diesem intelligenten System ausgestattet ist, lässt sich dessen Motor nicht mehr starten. Dadurch wird der Akku für Diebe uninteressant.
Es gibt auch Systeme, anhand derer sich der Akku am Fahrradrahmen befestigen lässt. Allerdings kann dadurch auch das einfache Abnehmen zum Aufladen verhindert werden. Diese technischen Vorrichtungen sind alle konzipiert, um vom Diebstahl abzuschrecken, jedoch mit Kosten und manchmal auch mit Zugangsbedingungen wie einem Abonnement für einen Dienst verbunden. Dazu kommt, dass diese Lösungen nicht für alle derzeit im Umlauf befindlichen E-Bikes geeignet sind.
PRAKTISCHE TIPPS FÜR FAHRRADFAHRER
- Den Akku entnehmen – jedes Mal, wenn das Fahrrad ohne Aufsicht bleibt (Geschäft, längerer Aufenthalt).
- Den Akku personalisieren: anmalen, markieren oder die Verkleidung leicht einritzen (ohne die Funktion zu beeinträchtigen), sodass er sichtbar jemandem zuzuordnen und deshalb weniger leicht weiterzuverkaufen ist.
- Keinen gebrauchten Akku von zweifelhafter Herkunft kaufen – das käme nur einem Wiederverkaufsmarkt entgegen.
- Versicherungs-Check: Manchmal ist eine Erweiterung darin vorgesehen, die einen Akkudiebstahl enthält. So hat Pro Velo kürzlich einen Vergleich von Versicherungspolicen veröffentlicht, bei denen der Diebstahl allein des Akkus inbegriffen ist.
Quelle: MAG AVELLO 02/26

