Laut einer Umfrage der AWSR wird in der Wallonie jedes zehnte Kind unter 1,35 m im Auto nicht systematisch angeschnallt. Und selbst wenn, geschieht dies nicht immer korrekt: Den Gurt unter dem Arm, zu locker oder über den Wintermantel – all das sind Gewohnheiten, die die Sicherheit eines Kindes gefährden können.
Ein nicht korrekt angeschnalltes Kind schwebt in Gefahr
Wenn ein Kind richtig angeschnallt in einem geeigneten Kindersitz sitzt, ist das Risiko, dass es bei einem Unfall verletzt wird oder sogar um Lebens kommt, dreimal geringer als bei einem nicht angeschnallten Kind.
Ist der Kindersitz allerdings nicht richtig befestigt bzw. wird er nicht korrekt verwendet, ist die Sicherheit des Kindes selbst im Kindersitz beeinträchtigt.
Setzen Sie ein Kind ohne seinen Mantel in den Kindersitz
Achten Sie darauf, dem Kind den Mantel (oder Anzug) auszuziehen, bevor Sie es in seinen Sitz setzen. Bei Bedarf können Sie es mit einer Decke zudecken (noch über den Gurt), nachdem Sie es angeschnallt haben.
Selbst, wenn der Gurt fest angezogen ist, ist es möglich, dass durch das Volumen des Mantels ein gefährlicher Spielraum zwischen dem Gurt und dem Körper des Kindes entsteht. Dadurch kann der Gurt dem Kind von den Schultern rutschen. Spätestens jedoch, wenn es zu einem Aufprall kommt, wird der Mantel zusammengedrückt und seine ordnungsgemäße Funktion somit beeinträchtigt. Auf diese Weise besteht die Gefahr, dass das Kind aus seinem Sitz geschleudert wird.
Passen Sie die Höhe des Gurtes an
Sitz entgegen der Fahrtrichtung: Achten Sie darauf, dass sich der Gurt auf Höhe der Schultern befindet bzw. gerade darunter.
Sitz in Fahrtrichtung: Die richtige Position des Gurtes ist auf Höhe der Schultern bzw. gerade darüber. Vergewissern Sie sich, dass der Gurt fest angezogen ist (er darf keinen Spielraum mehr haben).
Unter 1,35 m ist der Autositz unerlässlich
In Belgien darf ein Kind von Geburt an vorn sitzen. Solange es kleiner als 1,35 m ist, ist jedoch ein seiner Größe und/oder seinem Gewicht entsprechender Kindersitz vorgeschrieben – zu seinem bestmöglichen Schutz bei einem Unfall. (Wenn es vorn in einem Sitz entgegen der Fahrtrichtung sitzt, achten Sie unbedingt darauf, dass der entsprechende Airbag deaktiviert ist.)
Ein Kind ist kein Mini-Erwachsener
Kinder sind anders proportioniert als Erwachsene. Das Volumen und Gewicht ihres Kopfes sind im Verhältnis zum Rest ihres Körpers größer. Hinzu kommt, dass die Halswirbelsäule noch nicht vollständig ausgereift ist und die Nackenmuskulatur sowie die Halswirbel noch nicht ausreichend entwickelt und gestärkt sind. Aus all diesen Gründen ist es wichtig, dass sie bei Autofahrten in einem geeigneten Kindersitz sitzen.
Im Laufe der Zeit verändert sich ihre Körperform und das Rückhaltesystem muss angepasst werden – bis sie groß genug sind, dass auch sie nur noch den Sicherheitsgurt – das gleiche Schutzniveau wie ein Erwachsener – benötigen.
Die Kategorien der Autositze
Wählen Sie einen Kindersitz immer nach Größe (oder Gewicht) Ihres Kindes aus – nicht nach seinem Alter. In einem Kindersitz, der perfekt auf die Körpergröße abgestimmt ist, ist Ihr Kind besser geschützt.
Man unterscheidet zwischen GRUPPE 0+ (Babyschale, entgegen der Fahrtrichtung im Auto befestigt, geeignet für Kinder ungefähr während der ersten beiden Lebensjahre. Max. Gewicht 13 kg bzw. max. Größe 87 cm), GRUPPE 1 (Kindersitz geeignet für Kinder ungefähr im Alter von 10 Monaten bis 4 Jahren. Max. Gewicht 18 kg bzw. max. Größe 105 cm), GRUPPE 2/3 (geeignet für Kinder ungefähr im Alter von 3 bis 12 Jahren. Max. Gewicht 36 kg bzw. max. Größe von 150 cm).
Behalten Sie die Position entgegen der Fahrtrichtung so lange wie möglich bei. Der Kopf eines Babys ist proportional viel schwerer als der eines Erwachsenen. Kommt es zu einem Unfall, so ist diese Position die beste, damit der Nacken gestützt und geschützt bleibt.
Die Normen R129 et R44
Alle auf dem europäischen Markt angebotenen Autositze müssen zugelassen sein und den neuesten Normen entsprechen.
Seit dem 1. September 2024 dürfen nur noch neue, nach der Norm R129 zugelassene Kindersitze verkauft werden (Personen, die einen R44-Kindersitz besitzen, können diesen weiterhin verwenden und sind nicht verpflichtet, den Kindersitz auszutauschen). Maßstab dieser Vorschrift ist die Größe des Kindes und die Verwendung von ISOFIX-Befestigungen bevorzugt. Es gibt jedoch auch nach R129 zugelassene Sitze, die nur mit dem Sicherheitsgurt befestigt werden können (für Fahrzeuge und/oder Plätze, die nicht mit ISOFIX ausgestattet sind).
Wann ist das Kind aus seinem Autositz herausgewachsen?
Es sind nur 3 Kriterien, an denen Sie erkennen können, wann es an der Zeit ist für den Kindersitz in der nächsten Größe:
- Ihr Kind ist zu schwer geworden für den Sitz;
- der Kopf Ihres Kindes überragt den Sitz (die Tatsache, dass die Beine des Kindes über den Sitz reichen, hat keine Auswirkung auf die Sicherheit und begründet keinen Wechsel);
- die Gurte reichen nicht mehr über die Schultern.
Nur einer dieser Faktoren reicht aus, um den Wechsel zur nächsten Größe zu rechtfertigen, damit weiterhin ein optimaler Schutz des Kindes gewährleistet ist.
Quelle: AWSR im Januar 2026


